Geld der Zukunft: ” Regiogeld”

Am 19.04.2017 stellte Herr Sebastian Leinert in der Auftaktveranstaltung  der begleitenden Veranstaltungen zur Ausstellung “Geld der Zukunft” sein Buch “Komplementärwährungen in Deutschland” vor.

Die Moderation hatte Herr Ludwig Schuster kurzfristig abgesagt, so dass Herr Hajo Köhn (Neue Geldordnung) moderierte. Er hob hervor, dass Komplementärwährungen, speziell Regionalgeld, ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung “Geld der Zukunft” sein werden. Herr Manfred “Mensch” Mayer aus Pfaffenhofer nahm als Vertreter des Regionalgelds “HALLERTAUER” teil.
Häufige Zielsetzungen eines Regionalgeldes sind:

  • Halten der Kaufkraft in der Region
  • Schließen regionaler Kreisläufe
  • Stärkung der klein und mittelständischen Unternehmen (KMU) vor
  • Förderung von ethisch vertretbarem Wirtschaften
  • Förderung von solidarischem Handeln
  • Förderung von ökologisch tragfähigem Wirtschaften
  • Erhalten lokaler Arbeitsplätze

Typische Merkmale:

  • Regionale/lokale Bindung
  • Setzen auf regionale/lokale Gemeinschaften
  • Ergänzung zum gesetzlichen Zahlungsmittel
  • Nur vergleichsweise geringe Umsätze
  • Konkurrenz zu anderen Zahlungsmedien
  • Nicht alle Geldfunktionen werden wahrgenommen

Sebastian Leinert stellte als Fazit der Regionalgeldbewegungen folgende Hauptanforderungen für das Gelingen vor:

  • Erster Einstieg muss sehr gut durchdacht sein
  • Er sollte von Anfang an ein Erfolg sein
  • Organisation und Management sind ausschlaggebend
  • Ein Minimum an Professionalisierung ist erforderlich

Er nannte verschiedene Beispiele horizontaler Zusammenarbeit.
Bemerkenswert war, dass in Deutschland der Regionalgeldgedanke im internationalen Vergleich wenig entwickelt ist. Mögliche Weiterentwicklungen sind:

  • Stadtmarketingsysteme
  • Leistungsgedeckte Systeme
  • Zeitgedeckte Systeme
  • Energiegedeckte Systeme
  • Warengedeckte Systeme

Komplementärwährungen lehnen sich an den Euro an, emanzipieren sich aber zunehmend.
Sektoralwährungen, d. h. Währungen in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen ( Bildung, Gesundheit,Pflege) haben im deutschsprachigen Raum im Gegensatz zu vielen anderen Ländern überhaupt noch keine Bedeutung. Hier gelte es besonders anhand von Beispielen aufzuklären.

Ein wichtiger Aspekt, der im Rahmen der Euro-Krise als Diskussionsbeitrag leider keine ausreichende Bedeutung bekam, sind nationale Komplementärwährungen, die als Binnenwährungen z.B. in Griechenland ein Lösungsansatz wären. (s. Beitrag von Ludwig Schuster und Prof. Margrit Kennedy (t) in der Zeitschrift für Sozialökonomie) Ludwig-Schuster-Margrit-Kennedy-Griechenland
Dieser Beitrag wird nach der Bundestagswahl, wenn Griechenland wieder auf der Tagesordnung sein wird,  hoffentlich die nötige Aufmerksamkeit bekommen.

Ein wichtiges Fazit ist:
Unabhängig davon, ob man für oder gegen Komplementärwährung und Regionalgeld ist, sind alle Aktivitäten ein wichtiger Baustein für die Beschäftigung mit dem Thema Geld.
In guten Zeiten können Menschen sinnvolle Alternativen ausprobieren, in Notzeiten (s. Griechenland) greifen Menschen auf solche Alternativen aus existentiellen Gründen zurück.

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